Die Geschichte der Zeitarbeit

Das gewerbliche Vermitteln von Arbeitskräften hat in Deutschland eine lange Tradition: Es wurde erstmals durch das Arbeitsnachweisgesetz von 1922 geregelt. Und schon seit 1931 haben Arbeitsvermittler hierzulande volle Arbeitgeberpflichten.

Ihren Anfang machte die moderne Zeitarbeit in den USA, wo die Anwälte Elmer L. Winter und Aaron Scheinfeld 1948 vergeblich eine neue Sekretärin suchten und kurzerhand die Personalvermittlung zu ihrem neuen Geschäftsfeld machten. Sie gründeten die Firma Manpower, und die neue Branche expandierte in den folgenden Jahren rasch in den USA und ab 1956 auch in Europa.

In der Zeit des Wirtschaftswunders trat auch die Zeitarbeit langsam wieder auf den Plan. Ein Schweizer Unternehmen, das in Deutschland Arbeitnehmer vermittelte, wurde von der Bundesanstalt für Arbeit verklagt, weil diese ihr Monopol bedroht sah. Doch am 4. April 1967 urteilte das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe – ganz im Sinne der Branche -, dass die Ausdehnung des Arbeitsvermittlungsmonopols auf Arbeitnehmerüberlassungsverträge mit dem Grundrecht der freien Berufswahl gemäß Artikel 12 Grundgesetz nicht vereinbar ist.

Mit zunehmender Vermittlungsaktivität wurden auch gesetzliche Verbesserungen für die Zeitarbeitnehmer verabschiedet: So definierte das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (kurz: AÜG) von 1972 erstmals umfänglichen arbeits- und sozialversicherungsrechtlichen Schutz für Zeitarbeitnehmer.

Warum diese Regelungen wichtig sind, wurde schnell deutlich: Schwarze Schafe unter den Zeitarbeitsfirmen hielten sich nicht an ihre Pflichten und zwangen den Gesetzgeber zu drastischen Maßnahmen: Das Überlassungsverbot im Bauhauptgewerbe vom 1. Januar 1982 resultierte daraus.

Das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz wurde im Laufe der Zeit und der Marktbedingungen oft geändert, inbesondere im Zuge der Hartz - Gesetze. So gibt es seit dem 1. Januar 2004 keine Begrenzung der Höchstüberlassungsdauer mehr, das Synchronisationsverbot und die Wiedereinstellsperre sind aufgehoben.

Ein weiterer Meilenstein: Die Gleichbehandlungspflicht der Zeitarbeitnehmer mit den vergleichbaren Stammbeschäftigten im Kundenbetrieb („Equal Pay/Equal Treatment“-Prinzip) wurde gesetzlich eingeführt und den Tarifpartnern eingeräumt, die Besonderheiten der Zeitarbeitsbranche tariflich zu regeln. Das hat der Interessenverband der Deutschen Zeitarbeitsunternehmen e.V. (iGZ), dessen Tarife auch die tegeler-Gruppe anwendet, getan: Es wurde mit der Tarifgemeinschaft Zeitarbeit aller Einzelgewerkschaften beim DGB ein Abschluss getätigt, der ausgewogene Arbeitsbedingungen für alle Beteiligten festschreibt.

Schließlich wurden im April 2011 notwendige europäische Anpassungen vorgenommen: eine allgemeinverbindliche Lohnunterschranke eingeführt sowie der sogenannte "Drehtüreffekt" ausgeschaltet, damit Zeitarbeit nicht zum Lohndumping missbraucht werden kann.